Culinarium Urtijëi und Segra Sacun im Grödnertal

Zwei Veranstaltungen voller Tradition und köstlicher Aromen für den Herbst in Gröden, Südtirol.


Antonio Camera
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Segra Sacun Herbst ©valgardena.it

Jedes Jahr, seit Jahrhunderten, findet in Val Gardena der wichtigste Markt für die Einheimischen statt, nämlich der Segra Sacun, im Oktober.

Am Sonntag wird in der kleinen Kirche San Giacomo die Messe gefeiert und am folgenden Montag findet in St. Ulrich der Herbstmarkt „Segra Sacun“ (10. Oktober 2022) statt, ursprünglich ein Tauschmarkt, bei dem die Menschen nützliche Gegenstände austauschten, um zu leben, heute jedoch ein lebhaftes Symposium mit Ständen aller Art und kulinarischen Köstlichkeiten.

Es gibt auch eine romantische Tradition, die mit dem Markt verbunden ist. Die Junggesellen schenken in diesen Festtagen ihrer Favoritin stets eine mit einer farbigen Schleife dekorierte Birne. Die Auserwählte soll in den folgenden Monaten ein Osterei färben, und er soll den Mut haben, es persönlich abzuholen. Auf dem Herbstmarkt „Segra Sacun“ werden auch dekorierte Holzbirnen verkauft, und unter der Anleitung des Drechslers Samuel fertigen die Besucher das traditionelle Liebesgeschenk an, nämlich eine Birne aus Zirben-, Lärchen-, Fichtenholz oder Nussbaumholz, dekoriert mit einer farbigen Schleife und einem kleinen Liebesbrief.

In diesem Jahr findet im Zusammenhang mit dem Markt auch ein bedeutendes gastronomisches Event statt. Wir sprechen von Culinarium Urtijei, das vom 01. bis 23. Oktober in St. Ulrich stattfindet, um die typische Küche von Gröden und ihre bäuerlichen Wurzeln zu zeigen.

St. Ulrich ist die Hauptstadt des Grödnertals, bekannt auch für seine große kulinarische Vielfalt, mit Sternerestaurants, die eine internationale Note setzen, oder auch Einrichtungen, die eine raffinierte Südtiroler Küche bieten, sowie Pizzerien und traditionelle ladinische Restaurants.

Ristorante Mea Via ©valgardena.it
Restaurant Mea Via ©valgardena.it

Die lokalen Gastronomen suchen ihre Lieferanten von Rohstoffen nicht nur bei den Höfen in Gröden, sondern auch in den umliegenden Tälern, bei Winzern und spezialisierten Landwirten. Anschließend geben sie die regionalen Rezepte authentisch weiter und interpretieren sie unterschiedlich und modern.

Obwohl die Landwirtschaft in den meisten Höfen im Grödnertal nur eine Nebentätigkeit ist, da sie in dieser Höhe wenig ertragreich ist, sind es gerade die Bauern, die heute bedeutende Impulse für die Ernährungskultur geben, die auf Umweltschutz und Gesundheit basiert, vor allem dank der Bewahrung alter Grödnertal-Rezepte.
Ein gutes Beispiel für diese Leidenschaft für die Tradition sind die geführten Besichtigungen, die während des Culinariums organisiert werden und die Höfe und alten Denkmäler besuchen. Hier einige davon:

Exkursion zu den Weiden
„Unser Fleisch“: Dies ist das Motto, mit dem Viehzüchter und Gastronomen aus Gröden zusammenarbeiten, um das Fleisch von Kälbern, Rindern, Schweinen und Schafen aus dem Tal in kulinarische Köstlichkeiten zu verwandeln. Wanderführer begleiten die Besucher, um die Bauern, ihre Höfe und glücklichen Tiere kennenzulernen.

Besuch auf der Ziegenfarm
Der Landwirt David aus Wengen züchtet Bergziegen nach ökologischen Grundsätzen. In seiner Käserei stellt er Milch, Joghurt, Panna Cotta, Pudding und Frischkäse her. Ein Wanderführer begleitet die Gäste von St. Ulrich entlang des „Postwegs“ bis zum Hof Goashof, wo David sie zu einer kleinen Verkostung empfängt und sein nachhaltiges Projekt erklärt.

Eine Reise in die Vergangenheit
Dank der günstigen Lage wurde der Ortsteil Bulla als die Kornkammer von Gröden angesehen. Der Getreideanbau und das Müllerhandwerk werden während einer Führung zu den alten Mühlen von Bulla erklärt, die aus dem 18./19. Jahrhundert stammen und teilweise erhalten und restauriert sind.

Montagne della Val Gardena in autunno ©DamianHolzknecht
Berge von Gröden im Herbst ©DamianHolzknecht

Zum Abschluss beinhaltet der goldene Herbst im Grödnertal auch drei Termine für einen langen Aperitif „Burning Dolomites“ an der Bergstation vom Mont Seuc (Seiser Alm): am 21. September, 28. September und 5. Oktober. Ein einzigartiger Abend, um die Dolomiten im Licht des Sonnenuntergangs zu bewundern.

Aufstieg mit der Gondelbahn mit einer Sonderfahrt um 18 Uhr, dann – empfohlen – eine kurze Wanderung (10 Min.) zum Aussichtspunkt Mezdì.

Auf der Panoramaterrasse bei der Gondel bietet das Restaurant 3 Häppchen mit Aperitif oder auch ein Menü à la carte an. Um 20 Uhr, etwa 15 Minuten nach Sonnenuntergang, erfolgt die Abfahrt mit der Sonderfahrt der Gondel.

Mittwoch, 21. September 2022
Mittwoch, 28. September 2022
Mittwoch, 05. Oktober 2022

Ustaria da Checco ©valgardena.it
Ustaria da Checco ©valgardena.it

Kosten:
Aufstieg mit der Gondel um 18 Uhr oder früher: alle Tickets und Abonnements sind gültig. Um 18 Uhr gibt es das spezielle Ticket für die Veranstaltung, zum Preis von 9,90 € für Hin- und Rückfahrt.
Abfahrt mit Sonderfahrt: alle regulären Gondeltickets sind gültig, aber nicht die Gardenacard und die Supersummercard.
Häppchen mit Aperitif 12 €, Menü und Weine à la carte.
Das Tourismusbüro bietet bis zum Vortag ein vergünstigtes Paket an, das Gondel, Häppchen und Aperitif für 20 € umfasst.

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