Amandola
Zu Amandola, in der Provinz Fermo, und vor allem in der Provinz Pesaro Urbino, zwischen Acqualagna e Sant’Angelo in Vado, Pergola e Apecchio, die „Diamanten der Tafel“ gibt es schon immer, und Oktober und November sind wirklich die richtigen Monate, um sie zu genießen, auch dank der verschiedenen Trüffelmessen, die genau in dieser Zeit organisiert werden und zu den weltberühmtesten Treffpunkten gehören.
Es handelt sich um eine sehr geschichtsträchtige Zone voller Kultur und herrlicher Natur, die sich mit den Ursprüngen dieses beliebten Nahrungsmittels, das weltweit hochgeschätzt wird, verbindet. Es ist also nicht an der Zeit, Strände und Küsten zu bedauern, sondern sich darauf vorzubereiten, eine der schönsten und „geschmackvollsten“ Gegenden der Marken.

Acqualagna
Acqualagna ist Standort der Sammlung von 2/3 der gesamten nationalen Produktion des wertvollen Pilzes und es ist sogar ein nationales Gesetz, das festlegt, dass die besten weißen Trüffel Italiens hier und in Alba zu finden sind. Es ist also kein Zufall, dass jährlich die Nationale Messe für Weiße Trüffel in Acqualagna stattfindet, die wichtigste Veranstaltung Mittelitaliens, die dem edlen weißen Trüffel gewidmet ist, für 2020 geplant am 25. und 31. Oktober sowie am 1., 7., 8., 14. und 15. November.
Der Trüffel ist bereits seit der Zeit der Griechen und Römer bekannt, die ihm eine heilige und göttliche Herkunft zuschrieben. Die Geschichte des Trüffels ist wirklich interessant, und das Trüffelmuseum, das sich direkt in der Stadt befindet, ist einen Besuch wert, um es zu entdecken. So geliebt und gefeiert überall, ist der Trüffel von Acqualagna auch Protagonist vieler lustiger Anekdoten, die wichtige Persönlichkeiten unserer Geschichte betreffen.

Für Gioacchino Rossini zum Beispiel war es der Auslöser für einen echten Krieg, den sogenannten Nudelkrieg mit Alexandre Dumas Vater, der, vom Komponisten zum Essen eingeladen, um das echte Rezept der neapolitanischen Makkaroni zu probieren, stattdessen einen Teller mit Trüffeln serviert bekam, die Rossini-Makkaroni eben. Getäuscht weigerte er sich, zu kosten, was die Verärgerung von Rossini auslöste. Beim Spaziergang durch die Straßen von Acqualagna darf man also einen gastronomischen Stopp nicht versäumen, um dieses fabelhafte Gericht zu genießen.
Acqualagna ist nicht nur die berühmte Heimat des Trüffels, sondern gehört auch zur staatlichen Naturschutzreservat Gola del Furlo, einem Gebiet von ggroßer natürlicher, archäologischer und geologischer Schönheit. Es liegt entlang der alten via Flaminia, an der Stelle, wo der Burano in den Candigliano mündet, befindet sich Acqualagna südwestlich der Gola del Furlo – der wundersame Canyon, geschaffen durch das unaufhörliche Fließen des Wassers des Candigliano-Flusses, ein Gebiet, das man zu Fuß entdecken kann dank der zahlreichen Wege und Wanderungen, die es durchqueren, wie der Wanderung entlang des Flusslaufs, einem wundervollen klaren und grünen Spiegel.

Neben den Naturschönheiten gibt es unter den historischen Stätten, die man nicht verpassen sollte, die Kirche San Vincenzo al Furlo, das, was von einer alten Abtei aus dem 8. Jahrhundert übrig geblieben ist, in der San Romualdo (1011) und San Pier Damiani (1042). An den Wänden der Kirche sind noch heute Fresken der Marken-Schule sichtbar; außerdem macht die Lage neben einem der malerischsten Apenninpässe die Abtei auch wegen der sie umgebenden herrlichen Landschaft zu einem wirklich reizvollen Ziel.

Sant’Angelo in Vado
Auch Sant’Angelo in Vado, ein bezauberndes mittelalterliches Dorf, das im oberen Tal des Flusses Metauro liegt, „feiert“ alljährlich den Trüffel mit der Nationalen Ausstellung des kostbaren weißen Trüffels der Marken in Sant’Angelo in Vado, in diesem Jahr in der 57. Ausgabe geplant für den 10., 11., 17., 18., 24., 25., 31. Oktober und 1. November.

Zwischen einer Trüffelverkostung und der nächsten kann man durch die Gassen des alten Ortes wandern, der auf den Ruinen des römischen Tiphernum Mataurense, einer antiken Gemeinde, die im Gotenkrieg zerstört wurde, entstand. Das historische Zentrum ist auf jeden Fall einen Besuch wert: reich an schönen Denkmälern verschiedener Epochen, vom dreizehnten Jahrhundert Palazzo della Ragione, überragt vom gleichzeitigen Torre Civica (‘el Campanon’), bis zur barocken Kathedrale, von den alten Palästen Santinelli, Grifoni, Clavari und Mercuri bis zum barocken Palazzo Fagnani. Ein Muss ist die Domus del mito, die wichtigste archäologische Entdeckung der letzten 50 Jahre. Sie wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. errichtet, umfasst etwa 1.000 Quadratmeter und ist mit einem reichen Mosaikkomplex geschmückt; außerdem ist im größten Raum der Domus in den Mosaiken das Bildnis einer männlichen Figur dargestellt, die einen Trüffel in der Hand hält: daher der Beiname Sant’Angelo in Vado „Das vom Gott gesegnete Land“.

Wer anschließend in San’Angelo in Vado einkehren möchte, dem wird empfohlen, ein bekanntes Gericht der Marken-Tradition zu probieren, natürlich mit Trüffel gewürzt: die Passatelli.
Pergola
Bleiben wir in der Provinz Pesaro Urbino, auch Pergola, gelegen am oberen Tal des Flusses Cesano auf einer weiten Terrasse an der Mündung des Cinisco, ist sehr bekannt für seine Trüffel. Obwohl es dieses Jahr kein Festival zum kostbaren weißen Trüffel geben wird, ist ein Besuch in diesem Ort, der als einer der schönsten Italiens gilt, fast ein Muss. Gelegenheiten zum Probieren und Kaufen von Trüffeln werden sicherlich nicht fehlen, und außerdem kann man diese wunderbare Stadt besuchen, bekannt als die Stadt der hundert Kirchen, alle reich an kostbaren Kunstwerken, die die bedeutende wirtschaftliche, politische und religiöse Rolle belegen, die sie im Lauf der Jahrhunderte spielte.

In Pergola werden dann auch im Museum der Goldenen Bronze die berühmten Goldenen Bronzen von Cartoceto, die einzige bronze-goldene Gruppe aus der römischen Zeit, die bis heute erhalten ist. Es handelt sich um eine Bildgruppe, die weltweit einzigartig ist und die es wirklich wert ist, mindestens einmal im Leben betrachtet zu werden.

Amandola
Die letzte Station dieser Trüffeltour ist Amandola, in der Provinz Fermo. Eingebettet in eine atemberaubende Naturlandschaft, zwischen den Ufern des Fluss Tenna und den Wäldern im Herzen des Nationalparks der Monti Sibillini, Amandola stellt eines der wichtigstem historischen und kulturellen Zentren der Monti Sibillini dar.
Nach einem Spaziergang durch die engen Gassen, zwischen der Piazza Risorgimento, dem Herzen der Altstadt, und dem Heiligtum des Seligen Antonio, sollte man unbedingt die Piazza Umberto I (auch Piazza Alta genannt) besuchen, die eine wunderschöne Aussicht mit einem 360-Grad-Panorama auf den Nationalpark bietet. Hier kann man auch den vierzehnten Turm des Podestà und das historische Theater La Fenice, in dem neoklassizistische Verzierungen mit Medaillons und Putten erhalten sind, besichtigen. Nicht zuletzt darf man den Trüffel nicht vergessen: das typische Produkt dieser Region ist der Tuber Magnatum, also der wertvolle weiße Trüffel von Sibillini.

Zum Trüffel darf ein guter Wein nicht fehlen: die Provinz Pesaro Urbino ist zum Beispiel auch das Land des Pergola Doc, in seinen drei Varianten Rot, Novello und Passito, mit einem vollen und ausgewogenen Geschmack, sowie des Colli Pesaresi in seiner vorherrschenden Rotweinvariante Sangiovese, mit rubinroter Farbe, mehr oder weniger intensiv, und trockenem sowie harmonischem Geschmack. Ausgezeichnete Begleiter, um das fabelhafte Essen der Götter.