Die Kresse stammt ursprünglich aus Westasien, ist aber inzwischen in den meisten gemäßigten Klimazonen zu finden, wo sie dicht entlang von Rändern fließenden Süßwassers wächst, besonders wenn der Kalkgehalt hoch ist. Die kommerziell verkaufte Kresse wird in speziell vorbereiteten Beeten angebaut, die mit sauberem fließendem Wasser versorgt werden. Sie ist mehrjährig zuverlässig und kann im Frühling und Herbst eine Lücke füllen, wenn Mesclun und scharfe Salate knapp sind.
Kresse war einst ein Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung, scheint aber in den letzten Jahren vom Speiseplan verdrängt worden zu sein. Das ist schade, denn dieses Mitglied der Senffamilie ist ein sehr vielseitiges und äußerst gesundes Blattgemüse, das du in deine Kochrepertoire aufnehmen solltest. Noch besser: Es gilt als das nährstoffreichste Gemüse, das du essen kannst.
Kresse ist außergewöhnlich reich an den antioxidativen Vitaminen A und C sowie Vitamin K, und wurde sehr geschätzt als Mittel gegen Skorbut. Als Prozentsatz des täglichen Bedarfs liefern zwei Tassen Kresse beeindruckende 212 % Vitamin K, 48 % Vitamin C und 44 % Vitamin A. Zudem enthält sie geringere, aber bedeutende Mengen von Kalzium, Mangan, Kalium, Vitamin E, Thiamin, Riboflavin, Vitamin B6, Magnesium und Phosphor.
Der Vater der Medizin, Hippokrates, nutzte Kresse, um seine Patienten zu heilen und schätzte sie so sehr, dass er sein erstes Krankenhaus neben einem Bach errichtete, wo das Kraut wuchs, um eine konstante Quelle zu haben. Kresse wurde auch als Appetitanreger und als Tonikum bei Anämie, Herz- und Sehschwäche sowie zur Förderung des Milchflusses verwendet. Heutzutage zeigen Studien zur Kresse vielversprechende Ergebnisse für ihr Potenzial in der Krebsprävention und -behandlung.
Der scharfe, pfeffrige Geschmack von Kresse belebt jeden Salat. Kresse ist zarter als Grünkohl und Weißkohl und wird schneller gebraten, wodurch jedem Gericht ein milder und pfeffriger Geschmack verliehen wird. Chinesische Köche braten sie kurz oder köcheln sie in Suppen. Schon seit alters her wurde Kresse als Heilpflanze geschätzt. Die Römer betrachteten Kresse als kräftigendes Stimulans und rieten faulen Menschen: “Iss ein bisschen Kresse!”
