In der österreichischen Tiroler Region, dem Herzen der Alpen, wird großer Wert auf natürliche Aromen und die Verwendung von frischen, in der heimischen Natur gesammelten Kräutern in der Küche gelegt. Rund um diese alte Tiroler Tradition gibt es ein vielfältiges Angebot: große und kleine kulinarische Veranstaltungen, Themenwanderungen und Besuche in botanischen Gärten, aber auch Workshops zum Erlernen des “Foraging”, also der Kunst, sich aus der Natur zu versorgen und Kräuter vom Boden auf den Teller zu bringen.
Die Begegnung mit den Aromen und der Gastronomie Tirols findet auf vielfältige, stets einfache und natürliche Weise statt – ganz wie ihr Wesen. Jeder Moment des Tages ist voller Geschmack und Genuss: bei einer Wanderung in den Bergen oder einer Veranstaltung in der Stadt, beim Bummeln über einen Markt oder durch einen botanischen Garten, beim Besuch einer Käserei oder eines Speckproduzenten oder in einer Berghütte, während man sich nach sportlicher Aktivität entspannt. Die Liebe zur Erde ist der Motor der Tradition – von der Viehzucht bis zur Landwirtschaft. Und am Tisch begeben sich die Gäste schon beim ersten Bissen auf eine Reise in die Natur, reich an Geschmack und Genuss, aber auch an Entdeckung und Geselligkeit.
Tirol: Kräuter kennen und verwenden, Küche und Kräuterkunde
Die meisten Menschen erkennen den verborgenen Schatz hinter einer blühenden Wiese nicht sofort. Die Natur bietet eine so große Vielfalt an Kräutern und Blumen mit wohltuenden Eigenschaften und intensiven, frischen Düften, die sich auf unzählige Arten verwenden lassen – in der Küche und als Essenzen für die Körperpflege. Sie zu erkennen und zu verwerten ist jedoch nicht selbstverständlich. Am besten verlässt man sich auf die Erfahrung von geübten Sammlern und Kräuterexperten, zum Beispiel indem man gemeinsam einen Kräuterwanderweg erkundet oder an einem Naturküche- oder Heilpflanzen-Workshop teilnimmt. Im Folgenden einige Beispiele.
Im Stubaital ist Sandra Schönherr, Besitzerin der Alm Auffangalm, eine diplomierte Kräuterexpertin, die alles über die wohltuenden Pflanzen der Region weiß: Sie baut sie in ihrem eigenen Garten an und verwendet sie für ihre köstlichen Gerichte. Sandras Kräuterwerkstatt und Kräutergarten sind für Besucher geöffnet. Anschließend stellt man unter ihrer Anleitung wohltuende Öle, aromatischen Honig und Essig her. Vom Ortszentrum Milders aus gelangt man über einen einfachen Pfad durch eine aromatische Kräuterwiese in etwa zwei Stunden zur Auffangalm.
In Reith im Alpbachtal genügt ein gemütlicher Spaziergang durch den Hildegard-von-Bingen-Garten, um Körper und Geist zu entspannen. Mit viel Initiative und Engagement wurde dieser 900 Quadratmeter große botanische Garten 2011 von einer Reither Frauengruppe nach den Lehren der deutschen Ordensfrau Hildegard von Bingen angelegt. Im stillen Hildegard-Garten veranschaulichen kleine Holzschilder die Wirkung der verschiedenen Pflanzen: Quitte hilft gegen Sodbrennen, Spitzwegerich lindert Insektenstiche, Melisse entspannt den Magen. Die Pflanzen sind nach ihrem Nutzen kategorisiert – so wissen Besucher sofort, welches Kraut besonders für Atemwege, Gelenke, Stimmung, Haut, Herz oder Leber geeignet ist. Der Garten ist öffentlich zugänglich und jeden Mittwoch werden Führungen angeboten.
Weitere bezaubernde Kräutergärten und -beete im österreichischen Tirol sind: der Lechtaler Kräuterhexen, für Führungen und Seminare über Naturmedizin und Küche geöffnet, sowie die Welt der Kräuter Zammer Kräuterhex in Landeck. Hier entstehen Tees, Marmeladen und Sirupe, aber auch Seifen und Cremes. Die Kräuterpädagogin Michaela Thöni-Kohler bietet Kurse, Seminare und Workshops, auch individuell abgestimmt, über Wildkräuter zur Ernährung und Heilpflanzen an.
Im Kufsteinerland kann man mit der Kräuterexpertin Maria Bachmann auf einer einstündigen, geführten Kräuterwanderung entlang des 3 km langen Panorama-Kräuterweges auf Kräutersuche gehen. Ein Erlebnis für alle Sinne, bei dem Maria Bachmann ihr Wissen kompetent weitergibt und Erntetechniken erläutert. Die gesammelten Kräuter werden später zusammen auf der Aschinger Alm auf 1.000 m Höhe zu Wohlfühlessenzen verarbeitet.
Tiroler Küche – nur natürliche Aromen
Das Restaurant Kräuterwirtshaus Strumerhof in Matrei in Osttirol ist nicht nur ein Berghof auf 1.451 Metern mit Blick auf den Nationalpark Hohe Tauern, sondern auch ein exzellentes Restaurant, in dem man Anna Holzers naturaromatische Küche probieren kann. Die sympathische Wirtin, liebevoll “Blumenhexe” genannt, serviert ihren Gästen ein Feuerwerk aus natürlichen Aromen und verfeinert typische Tiroler Gerichte (auch mit Fleisch und Fisch) mit Kräutern aus der Region. Zu ihren Spezialitäten zählen: Brennnesselknödel, Wiesellasagne, Lamm im Heu, Blumenparfaits, Holunderblütensorbet und vieles mehr. Ihr Reich ist der “Stadl”, ein Pflanzenparadies, in dem sie ihre Kräuter anbaut und das im Sommer täglich für Besucher geöffnet ist.
Der Kräuterhof Sagenschneider’s liegt unweit von Ried im Oberinntal (derselben Region wie Michael Ploner). Elisabeth Maaß ist die Bäuerin und mit ihren Küchen- und Heilkräutern die Hauptattraktion des Hofes. Schon beim Betreten werden Gäste von würzigen Düften getrockneter Kräuter empfangen. Wer Urlaub auf Sagenschneider’s Hof macht, entdeckt das immense Potenzial der Pflanzen: von Heilsalben über köstliche Tees und betörende Destillate bis hin zu wohltuenden Bädern. Zudem gibt es dort viele hausgemachte Produkte: Butter, Joghurt, Milch, Eier, Rind-, Schweine- und Putenfleisch – alles aus eigener Haltung.
Von den duftenden Tiroler Almen eine edle Milch
Die Kühe im Lechtal schenken täglich eine besonders hochwertige Milch, die für den natürlichen Lechtaler Almmilchkäse verwendet wird. Um diese käsetypische Spezialität zu probieren und ihr Geheimnis zu erfahren, führt ein Wanderweg – zu Fuß oder mit dem Rad – über die Lechtaler Almen bis zur Käserei Sojer. Kenner bemerken auch am Aussehen den Unterschied: Der Käse ist deutlich weicher und gelber. Durch die direkte Verarbeitung bleiben zudem die wertvollen Fettsäuren und Aromen erhalten.
Auch die Vielfalt und Frische der Alpenkräuter, von denen sich die Kühe auf den Weiden des Paznaun-Tals ernähren, sind die Basis für den charakteristischen Geschmack und die exzellente Qualität des Paznauner Almkäses. Die besten Voraussetzungen und Methoden dieser handwerklichen Spezialität lernt man bei einer Genussroute Paznauner Almkäse und beim Besuch des Almmuseums Alpe Dias in Kappl kennen. Während der Sommermonate kann man donnerstags und freitags dem Käser bei der Käseherstellung zusehen und Milch, Käse und Butter probieren. Paznauner Almkäse gibt es außerdem in den Gaststätten, auf Märkten und bei Bauern in Paznaun.
Im Tirol West verarbeitet Chocolatier Hansjörg Haag seine Köstlichkeiten ausschließlich mit Alpenalmmilch der Grauviehkuh und Zutaten aus der Region wie Preiselbeeren, Edelbrände oder die Bergminze vom Venet. Auf der Gogles Alm im Naturpark Kaunergrat zeigt Haag Besuchern die Herstellung seiner Schokolade – mit vielen interessanten Details und Verkostungen. Wanderer erleben das besondere Aroma der edlen Alpenmilch und der frischen Sahne, die neben Kakaobohnen die Hauptzutaten sind und die “Tiroler Edle” so einzigartig machen.
Natürliche Tiroler Küche: nicht nur Kräuter
Das Festival KochArt in St. Johann in den Kitzbüheler Alpen. Hier gibt es Street Food mit regionalen Spezialitäten, neu interpretiert und als internationale Gourmetgerichte präsentiert.
Es findet während des gesamten Sommers von April bis Oktober an jedem ersten Wochenende des Monats in St. Johann in Tirol von 10 bis 17 Uhr auf dem Hauptplatz und an jedem zweiten Samstag im Monat von 10 bis 14 Uhr in der Stadt Kitzbühel statt. Die KochArt-Küchenchefs der Kitzbüheler Alpen kommen mit ihren Food Trucks auf den Platz und bieten raffinierte Gerichte aus ausschließlich regionalen Produkten an, wie zum Beispiel Tomaten-Forellenfilet, Radieschencremesuppe mit Wildkräutern und Radieschenstrudel oder Lammhaxe mit Mais. Das Festival ist besonders überzeugend, da jedes Gericht ausführlich mit Angaben zur Herkunft, zu Produktionsmethoden und Unternehmenszertifikaten versehen ist.
Die 25. Almkäse-Olympiade in Galtür im Ischgl-Paznauntal. Für alle, die Käse auf höchstem Niveau probieren möchten!
Am 28. September 2019 veranstaltet das Dorf Galtür die 25. Internationale Almkäse-Olympiade mit einem Publikum von 3.000 Käseliebhabern. Über 100 Sennereien aus dem gesamten Alpenraum (Österreich, Deutschland, Italien/Südtirol und Schweiz) treten in fünf verschiedenen Kategorien an, um die goldene Milchharfe zu gewinnen. Bewertet werden regionale Zutaten, Herstellungsmethoden, Aussehen innen und außen, Konsistenz und Geschmack. Auch eine Kinderjury trägt zur Wahl des besten Käses bei.
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